Phil, der Farmersmann, von welchem wir während der ganzen Woche immer wieder hören werden, war nicht ein Farmer wie du ihn dir nun vielleicht vorstellst. Phil lebte ja viele, viele Jahre vor dir. Die Forscher und Archäologen sind sich nicht ganz einig, in welchen Jahren die Geschehnisse auf Phils Farm passiert sind. Einige behaupten es wäre in den Jahren 50-55 nach Christus gewesen, andere wiederum glauben, es sei erst in den Jahren 60-62 nach Christus gewesen. Wie dem auch sei, es liegen auf alle Fälle mächtig viele Jahre zwischen den Geschichten, die Phil erlebt hat, und dem Jahr 2010.

Ja, wenn du heute das Wort "Farm" hörst, denkst du vielleicht an Kanada oder Amerika, wo sie riesige Farmbetriebe haben mit unzählig vielen Kühen. Bist du etwas älter, denkst du möglicherweise spontan an das Spiel FarmVille aus Facebook. Nun ja, beide Gedankenrichtungen sind nicht einfach falsch. Bei Phil ging es nämlich auch um Tiere und andere Dinge, welche man eben auf einer Farm (bei uns sagt man wohl eher Bauernhof) tut.

Was Phil auf seiner Farm alles ganz genau gemacht hat, das können wir dir nicht sagen – wir möchten dir ja auch nicht alles im Voraus verraten. Trotzdem wollen wir dir hier einiges berichten, was auf Phils Farm möglicherweise an Arbeit getan wurde.

Phil also war ein mächtiger Farmer. Natürlich hatte er auch viele Angestellte – damals waren dies Sklaven – welche ihn bei den täglichen Arbeiten unterstützten. Auch in der damaligen Zeit musste ein Farmer wie Phil ein guter Geschäftsmann sein, denn viele Bewohner von Kolossä mussten sich ihr Essen und ihren Lebensunterhalt mit dem verdienen, was sie auf der Farm ernteten.

Phils Schafe

Kolossä war durch den Handel mit Wolle reich geworden. Wohl hatte auch Phil eine grosse Schafherde. Diese Tiere mussten gefüttert, geputzt und gepflegt werden. Nur durch die richtige Pflege konnte auf Phils Farm wirklich gute und preiswerte Wolle gewonnen werden.

Wolle wurde von den Schafen gewonnen, indem man sie in ganz bestimmten Zeitabständen schor. Damals hatte man noch keine elektrischen Geräte – alles war mühsame und anstrengende Handarbeit!





Phils Olivenbäume

Der Olivenbaum ist einer der ältesten Bäume der Erde. Bestimmt hatte auch Phil eine Plantage von Olivenbäumen auf seiner grossen Farm. Die nicht allzu hoch wachsenden Bäume sind meist sehr struppig anzusehen und ältere Bäume haben total knorrige Äste. Die Olive war schon immer eine kostbare Frucht und so wurde auch auf Phils Farm viel Sorge zu den wertvollen Bäume getragen. Bei der Olivenernte schüttelte man die Bäume, so dass die reifen Früchte zu Boden fielen, welche von dort mit viel Geduld zusammengesammelt wurden.

Schon zu Phils Farmzeit hatten die Leute auf spezielle Art die Oliven gepresst, um das kostbare Öl zu gewinnen. Mit dem Kollergang wurde das Fleisch der Oliven, ohne den Kern zu beschädigen, abgequetscht. Die „Maschine“ wurde von Menschenhand bedient, indem Sklaven an der seitlich verlängerten Horizontalachse angriffen und im Kreisgang liefen (siehe Bild nebenan). Wie die Verarbeitung weiter ging… nun ja, dies ist dem Schreiber dieser Zeilen nicht bekannt.

Phils Getreide und Mehl

Das Getreide wurde in sehr mühsamer Stellung von den Sklaven aufgelesen, auch dazu gab es keine Maschine welche die Arbeit erleichtert hätte. Die gesammelten Ähren wurden haufenweise mit dem Flegel gedroschen und damit schon ein erster Teil Stroh ausgesondert.

Worfeln, so nannte man die Arbeit, welche das Korn von den Spelzen trennte. Die gedroschenen Ähren wurden mit flachen Korbschalen in die Luft geworfen. Der dabei seitlich wehende Wind trug die viel leichtere Spelze und andere Partikel weg, während die Körner in die Korbschale zurückfielen.

In einem nächsten Schritt wurde das Korn dann zu Mehl gemahlen. Natürlich sah dieses Mehl damals ganz anders aus als heute – es war wesentlich gröber und zudem vollwertig.

Du kannst dir vorstellen, dass es auf Phils Farm noch viele andere Arbeiten zu erledigen gab. Es würde aber den Rahmen sprengen, wenn wir dir hier bereits alles erzählen würden. Zudem… bestimmt möchtest du noch einige Überraschungen erleben während den Kids- und Teeniedays.